Ein österreichisches Pilotprojekt kombiniert Energiegewinnung mit klimafittem Weinbau: 4.500 Rebstöcke unter Solarmodulen
Mit einigen Jahren Vorlaufzeit wurde kürzlich ein neues, nachhaltiges Kapitel in der Agri-PV-Welt aufgeschlagen. Nachdem die Landwirtschaft bereits viele positive Erfahrungen aus der Kombination von Photovoltaik mit hochwertiger Lebensmittelproduktion z.B. über Apfel- und Beerenplantagen gesammelt hat, wurde die erste Vino-PV-Anlage in Betrieb genommen.
Rund 4.500 Rebstöcke der Sorten Weißburgunder, Grüner Veltliner sowie die pilzwiderstandsfähige Sorte Souvignier Gris, die rund 5.000 Liter Wein erzeugen, wachsen unter bifazialen, zu 38 % lichtdurchlässigen Modulen. Das heißt die Module erzeugen auf der Ober- und Unterseite Strom. Ihr positiver Effekt auf die Reben: Sie senken Temperaturextreme, reduzieren die Wasserverdunstung im Boden und schützen die Trauben vor Sonnenbrand sowie Starkregen.
Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet, mit dem Ziel, die Auswirkungen des PV-Dachs auf Wachstum, Ertrag und Weinqualität zu dokumentieren. Die ersten Unterschiede sollen bereits sichtbar sein, so zum Beispiel die kräftigere Entwicklung der Triebe und die längere Grünphase der Blätter im Herbst. Diese Beobachtungen lassen darauf schließen, dass die Reben unter den Modulen länger aktiv bleiben und mehr Reservestoffe einlagern können. Weinliebhaber mögen beurteilen, wie sich diese Effekte am Ende in Qualität und Geschmack des edlen Tropfens widerspiegeln.
„Agri-PV betrachten wir als interessante Option, die Land- und Energiewirtschaft kombiniert. Die doppelte Flächeneffizienz, geringerer Wasserbedarf, Wetterschutz, höhere Klimaresilienz und Unabhängigkeit landwirtschaftlicher Betriebe von steigenden Strompreisen sind wichtige Faktoren für die heimische Lebensmittelproduktion – und damit für die Versorgungssicherheit in unserem Land. Noch handelt es sich um kleine, kostenintensive Anlagen, die unter Renditegesichtspunkten nicht interessant sind, die jedoch das Potenzial haben, für die Landwirtschaft künftig an Bedeutung zu gewinnen“, so unser CEO Jörg Busboom.
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