Das ist eine der spannendsten Entwicklungen der deutschen Energiewende: Aus Standorten von Atommeilern werden Knotenpunkte für Erneuerbare Energien.
Im Jahr 2023 ging in Deutschland nach dem Abschalten der letzten Meiler ein langes Kapitel der Atomkraft zu Ende. Zurück blieben riesige Industrieareale und eine entscheidende Frage: Was wird aus diesen Orten? Die Antwort darauf erweist sich als ein Glücksfall für die Energiewende, denn die alten Standorte verfügen über extrem leistungsstarke Anschlüsse an das Höchstspannungsnetz. Anstatt diese wertvollen Zugänge aufzugeben, entstehen dort nun gigantische Großbatterien.
Die vier prominentesten Großprojekte an deutschen AKW-Standorten summieren sich auf über 3,2 Gigawattstunden (GWh) Kapazität:
- Brokdorf (Schleswig-Holstein): Der Großspeicher soll im Endausbau bis zu 1.600 MWh Kapazität erreichen können.
- Philippsburg (Baden-Württemberg): Hier wurde bereits mit dem Bau einer Anlage mit 800 MWh Kapazität gestartet. Der Speicher soll Ende 2027 betriebsbereit sein.
- Gundremmingen (Bayern): Hier entsteht ein Speicher mit 700 MWh Kapazität. Die Investitionen liegen bei rund 230 Mio. €, die Inbetriebnahme ist für Anfang 2027 geplant.
- Isar (Bayern): Hier wird ein Projekt mit 120 MWh Kapazität vorangebracht.
Das ist eine gewaltige Größenordnung. Betrachtet man speziell das Segment der reinen Großbatteriespeicher (Anlagen ab 1 MWh), machen diese vier Projekte rund 40 bis 50 % des aktuell in Deutschland am Netz befindlichen Bestands aus!
Es geht voran: Turbo für die Energiewende
Da die Flächen bereits als Industrie- und Energieareale ausgewiesen sind, fallen langwierige Genehmigungsverfahren für die Standortsuche und die Flächennutzung weg. Das beschleunigt den Ausbau der Speicherinfrastruktur massiv. Außerdem wird der Netzanschluss aufgrund der bereits bestehenden Umspannwerke und Trassen extrem verkürzt.
„Hier zeigt sich, wie die Energiewende bestehende Infrastrukturen clever nutzt. Das ist eine gute Nachricht für Verbraucher und Grünstromproduzenten gleichermaßen: Mehr Speicherkapazität im System sichert die Versorgung, glättet Preisspitzen und minimiert Ertragsausfälle“, so unser CEO Jörg Busboom.
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