EU-Kommission: Weitere Mittel für den Ausbau der PV-Industrie

Europa hat in Sachen Energiewende schon viel erreicht. EU-weit stammt etwa die Hälfte des Stroms aus Erneuerbaren und auch der Kohleausstieg ist inzwischen vorangeschritten: die Hälfte der EU-Länder ist entweder ganz aus der Kohle ausgestiegen oder deren Anteil liegt bei unter 5 %. Einen Grund, sich auf den Lorbeeren auszuruhen, sieht man in Brüssel darin jedoch nicht. Um Wachstum, Nachhaltigkeit und Resilienz zu fördern und zu einem starken, global wettbewerbsfähigen Europa beizutragen, hat die Europäische Kommission vergangene Woche im Rahmen des Strategieplans von Horizon Europe 2025-2027 den Start neuer Europäischer Partnerschaften bekannt gegeben. Solche Partnerschaften bringen private und/oder öffentliche Einrichtungen zusammen, um die dringendsten Herausforderungen der EU durch gemeinsame Forschungs- und Innovationsaktivitäten zu bewältigen.

Programm zur Förderung der Photovoltaik

Die Europäische Photovoltaik-Innovationspartnerschaft soll die Position Europas in der globalen PV-Industrie stärken und den Übergang zu Erneuerbaren Energien, insbesondere zur Solarenergie, unterstützen, heißt es in der Mitteilung der Kommission. Die Kommission bezieht sich dabei auf den europäischen Green Deal, den REPowerEU-Plan und die Erneuerbare-Energien-Richtlinie 2023. Die Initiative soll die europäischen PV-Produktionskapazitäten erhöhen, eine widerstandsfähigere Wertschöpfungskette in der EU entwickeln und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen durch Zusammenarbeit entlang der gesamten PV-Wertschöpfungskette verringern. Der Mitteilung zufolge planen die Kommission und die privaten Partner, zwischen 2025 und 2030 jeweils bis zu 240 Millionen Euro in die Partnerschaft zu investieren.

Fast die Hälfte des EU-Stroms kam 2024 aus Erneuerbaren

Die Statistik zeigt, dass fossile Brennstoffe ihre Bedeutung in der Energieversorgung der EU verlieren. Zusammen mit anderen fossilen Energieträgern wie Öl oder Abfällen machten fossile Brennstoffe etwa 29 % der Stromerzeugung in der EU aus. Atomkraft hatte einen Anteil von 24 %. Knapp die Hälfte des Stroms kam aus Erneuerbaren Energien, 17 % aus Windkraft, 11 % aus Solarenergie, der Rest aus Wasserkraft und Biomasse. Das geht aus einem Bericht der Denkfabrik Ember hervor. Im Vergleich zu 2023 sei vor allem bei der Solarenergie ein großer Zuwachs von fast 22 % zu erkennen. Stromerzeugung aus Sonnenkraft nehme in allen EU-Ländern zu, teilte Ember mit.

Fünf Jahre zuvor, beim Start des europäischen Green Deals, sah die Energiewende in Europa noch ganz anders aus. Erneuerbare lieferten gerade einmal 34 % des EU-Stroms. Welche Bedeutung die zunehmende Unabhängigkeit der EU von fossilen Importen hat, verdeutlichen zwei weitere Zahlen der Analyse: Ohne den boomenden Solar- und Windkraftausbau seit 2019 hätten zusätzlich 92 Milliarden Kubikmeter fossilen Gases und 55 Millionen Tonnen Kohle importiert werden müssen, was 59 Milliarden Euro gekostet hätte. – Wenn das kein Grund ist, das Voranschreiten der europaweiten Energiewende und die zunehmende Energieautonomie zu feiern!

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Foto © Gina Sanders – stock.adobe.com

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