Frankreich plant mehr AKW-Grundlastkraftwerke, EdF warnt vor hohen Kosten
Vor einigen Tagen hat die französische Regierung ihre Energiestrategie für die nächsten zehn Jahre vorgestellt. Darin werden die Ausbaupläne für Wind- und Solarleistung deutlich reduziert. Die Atomkraft soll dagegen mit sechs neuen Reaktoren und Laufzeitverlängerungen der bestehenden Meiler ausgebaut werden. Nun warnt selbst der staatliche französische Energieversorger Électricité de France (EdF) als Betreiber der Kernreaktoren vor steigenden Kosten.
Der Hintergrund: Der wachsende Stromüberschuss im Land, der durch Wind- und Solaranlagen erzeugt wird, bringt die Atomkraftwerke in Bedrängnis. Diese müssen in ihrer Leistung immer öfter gedrosselt oder gänzlich heruntergefahren werden, obwohl sie als Grundlastkraftwerke darauf nicht ausgelegt sind. Die Folgen sind höherer Verschleiß und rapide steigende Wartungskosten. Statt die zum Teil über 45 Jahre alten Meiler vom Netz zu nehmen, soll ihre Laufzeit trotz hoher Belastung nun auf bis zu 60 Jahre verlängert werden – nicht nur sicherheitstechnisch ein Desaster! Neue Atommeiler sind extrem teuer und es wird Jahre dauern, bis sie den ersten Strom liefern. Der Bau von Flamanville, dem einzigen neuen Reaktor in Frankreich, hat 17 Jahre gedauert und fast 20 Mrd. € Baukosten verschlungen.
Mit zäher Beharrlichkeit hält sich auch bei uns in Deutschland die Mär, dass Atomenergie eine günstige Art der Stromherstellung ist – dabei ist das Gegenteil der Fall!
>> Unser CEO Jörg Busboom führt im Interview mit dem ECOreporter die Fakten dazu aus.
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