Der Anteil der Erneuerbaren Energien an der öffentlichen Nettostromerzeugung in Deutschland – dem Strommix, der tatsächlich aus der Steckdose kommt – lag im ersten Halbjahr 2026 bei 61,8 %. Die Windenergie konnte ihre Erzeugung gegenüber dem Vorjahr um 12 % steigern, die Erzeugung aus Photovoltaik erreichte mit 43,2 Terawattstunden und einem Anstieg von 10 % gegenüber dem Vorjahr einen neuen Rekord. Der Anteil Erneuerbarer Energien an der Last (diese umfasst den Stromverbrauch und die Verluste bei der Stromübertragung) stieg von 55 auf 58,5 % und war damit so hoch wie nie zuvor!
Strompreise entkoppeln sich weitgehend von gestiegenen Gaspreisen
Die starke Erzeugung aus regenerativen Quellen sorgte dafür, dass sich der Strompreis im Frühjahr vom durch den Irankrieg gestiegenen Gaspreis weitgehend entkoppeln konnte: Während der Gaspreis sprunghaft in die Höhe ging, blieb der Preisanstieg an der Strombörse moderat. Der Hintergrund ist das sogenannte Merit-Oder-Prinzip, nach dem die Erneuerbaren in der Reihenfolge (Merit Oder) ganz vorn stehen. Warum? Kraftwerke werden nach den Grenzkosten (laufende Betriebskosten, Primärbrennstoff und CO2-Zertifikate) sortiert und die Erneuerbaren haben Grenzkosten von nahezu null. Ist viel Strom aus günstigen Erneuerbaren vorhanden, decken diese zuerst den Bedarf. Erst wenn sie nicht ausreichen, schalten sich teure Gas- oder Kohlekraftwerke ein, die den Gesamtpreis anheben. Je mehr grüner Strom im Netz ist, desto seltener werden diese teuren Kraftwerke benötigt.
Börsenstrompreis wäre im April um 76 % höher gewesen
Die Zahlen gehen aus einer Auswertung des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE auf Basis der Datenplattform energy-charts.info hervor. Im April 2026 wäre der Börsenstrompreis um beachtliche 76 % höher gewesen, wenn die Erneuerbaren nicht so stark zur Stromerzeugung beigetragen hätten, fassen die Analysten von Energy-Charts zusammen.
„Grüner Strom drückt teure fossile Kraftwerke mehr und mehr aus dem Markt, eine überaus günstige Entwicklung für unser Energiesystem. Entscheidend bleibt jedoch, den Ausbau von Netzen, Speichern und flexiblen Verbrauchsstrukturen konsequent voranzutreiben, damit der günstige grüne Strom zuverlässig genutzt werden kann,“ konstatiert unser CEO Jörg Busboom.
Wer an dieser Entwicklung mitwirken und davon profitieren möchte, dem sei unser aktueller Publikumsfonds ans Herz gelegt:
>> Hier geht es zu unserem aktuellen Fonds ÖKORENTA Erneuerbare Energien 16
Foto © vegefox, stock.adobe.com