Vehicle-to-Grid (V2G): Bestandteil eines integrierten Energiesystems
Elektrofahrzeuge übernehmen künftig eine doppelte Rolle: Sie dienen nicht nur der Fortbewegung, sondern fungieren gleichzeitig als flexible Energiespeicher. Überschüssige Energie – insbesondere aus Wind und Sonne – kann in der Batterie gespeichert und bei Bedarf wieder in das Stromnetz eingespeist werden. Perspektivisch ermöglicht dies ein nahezu kostenfreies Laden.
Anders als bei Vehicle-to-Home-Lösungen (V2H), bei denen überschüssiger, zwischengespeicherter Strom bei Bedarf zurück in den Haushalt fließt, ermöglicht V2G die Einspeisung ins öffentliche Netz. Damit lassen sich nicht nur individuelle Vorteile, sondern auch erhebliche gesamtwirtschaftliche Potenziale nutzen: Studien zufolge können in Europa bis 2040 jährlich rund 22 Mrd. € an Systemkosten eingespart werden. In Deutschland wurden zuletzt ca. 9.500 GWh Erneuerbare Energien abgeregelt – genug, um rund drei Millionen Elektrofahrzeuge ein Jahr lang zu betreiben.
Mit V2G können Elektrofahrzeuge zukünftig sogar aktiv zur Einnahmequelle werden. Das Potenzial wird im Markt allgemein auf 700 bis 900 € jährlich geschätzt. Voraussetzung für die Nutzung ist eine Funktion zum bidirektionalen Laden im Fahrzeug selbst, eine entsprechende Wallbox und ein intelligentes Messsystem (Smart Meter). Bereits heute sind rund eine Million Fahrzeuge in Europa technisch für bidirektionales Laden vorbereitet.
In Deutschland verbessern seit 2026 neue Rahmenbedingungen die Wirtschaftlichkeit beim Zwischenspeichern von Strom, u.a. durch den Wegfall doppelter Netzentgelte. Derzeit entstehen erste integrierte V2G‑Angebote für Privatkunden. Ein großer deutscher Autobauer hat den Marktstart seines Systems ab dem 4. Quartal 2026 avisiert.
„Wir sehen, die Möglichkeiten, grünen Strom 24/7-verfügbar zu machen, nehmen zu! Wenn wir heute in innovative Lösungen zur Speicherung und Bereitstellung von grünem Strom investieren, kommen wir der Transformation unseres Energiesystems Schritt für Schritt näher, denn es geht nicht nur darum, rein rechnerisch 100 % erneuerbar zu werden“, kommentiert unser CEO Jörg Busboom.
Abb. © stock.adobe.com, pengzphoto